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Warum die CSW70 ein Weckruf ist – und warum EWMD jetzt konsequent „Gemeinsam“ denkt

Die Ergebnisse der UN-Frauenrechtskommission (CSW70) zeigen deutlich: Gleichstellung steht weltweit unter Druck. Antifeministische Narrative nehmen zu, Rechtsstaatlichkeit wird in vielen Regionen geschwächt, und digitale Räume werden gezielt genutzt, um Fortschritte zurückzudrehen.

Was in New York aber ebenso sichtbar wurde: Männer sind Teil der Lösung. Und genau hier liegt ein entscheidender Punkt für uns bei EWMD.

1. Gleichstellung braucht starke Allianzen – nicht Parallelwelten

Die CSW70 betont, wie wichtig es ist, Männer und Jungen als aktive Mitgestalter einzubeziehen – nicht als Gegner, nicht als Zaungäste.
Es geht um neue Leitbilder von Verantwortung, Fürsorge, Gewaltfreiheit und Care-Arbeit.

Für EWMD heißt das:
Wir können gesellschaftliche Veränderungen nicht aus einer Nische heraus gestalten. Wir brauchen Verbündete – auch männliche. Gerade in einer Arbeitswelt, die von Care-Verantwortung, mentaler Belastung und dem Druck permanenter Verfügbarkeit geprägt ist, betrifft Gleichstellung alle, nicht nur Frauen.

2. Frauen in Führung profitieren, wenn Männer Verantwortung neu definieren

Viele unserer Mitglieder kennen die Realität:

  • Frauen tragen weiterhin den Großteil der Care-Arbeit.
  • Männer erleben gleichzeitig starre Männlichkeitsnormen, die sie daran hindern, Care-Rollen selbstverständlich zu übernehmen.
  • Unternehmen erwarten „Verfügbarkeit ohne Grenzen“ – ein Modell, das weder für Frauen noch für Männer funktioniert.

Wenn Männer Care-Arbeit übernehmen, wenn sie sich für Gewaltprävention, mentale Gesundheit und faire Arbeitskulturen einsetzen, entsteht ein Umfeld, in dem Frauen tatsächlich aufsteigen können.

3. Für EWMD ist das eine strategische Chance

Wir sind ein Netzwerk, das seit 40 Jahren Frauen stärkt – und das bleibt unser Kern.
Aber wir sehen auch:
Die Zukunft von Gleichstellung ist kooperativ, nicht exklusiv.
Die Zukunft von Führung ist menschlich, nicht heroisch.
Die Zukunft von Arbeit ist partnerschaftlich, nicht geschlechtergetrennt.

 

Deshalb ist die Zusammenarbeit mit Organisationen wie dem Bundesforum Männer kein „Nice to have“, sondern ein strategischer Hebel:

  • für nachhaltige Gleichstellungspolitik,
  • für moderne Führungskulturen,
  • für eine Gesellschaft, die Care-Arbeit als gemeinsame Aufgabe versteht.

4. Unser Auftrag: Räume schaffen, in denen Frauen und Männer gemeinsam Zukunft gestalten

Die CSW70 zeigt: Wir stehen an einem Wendepunkt.
Gleichstellung ist kein Frauenprojekt.
Es ist ein Demokratieprojekt.

Und genau deshalb ist es für EWMD so wichtig, Brücken zu bauen – zwischen Frauen und Männern, zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft, zwischen Care und Karriere.

Gemeinsam ist kein Risiko.
Gemeinsam ist die einzige realistische Zukunft.

Dieser Text stammt aus der Feder von  Claudia Schmitz  - ein herzliches Dankeschön dafür.

 Photo: UN Women/media.Xchange